Ratgeber · Fotos und Privatsphäre
Welche Plattformen Metadaten entfernen
Warum sich kein Dienst pauschal darauf verlassen lässt, und ein einfacher Test, mit dem Sie das Verhalten selbst nachprüfen.
Die kurze Antwort
Manche Dienste entfernen beim Einstellen eines Bildes einen Teil der Metadaten, andere nicht. Das Verhalten ist nicht einheitlich (die Testreihen der IPTC-Arbeitsgruppe für Fotometadaten aus den Jahren 2013 und 2015 zeigen je Dienst unterschiedliche Ergebnisse und Veränderungen zwischen den Runden), es kann sich mit einer neuen App-Version ändern, und es hängt davon ab, auf welchem Weg das Bild den Dienst erreicht. Eine feste Liste nach dem Muster Dienst A entfernt alles, Dienst B nichts wäre deshalb schnell überholt und im schlimmsten Fall falsch. Dieser Artikel nennt darum keine einzelnen Dienste, sondern zeigt, wovon das Verhalten abhängt und wie Sie es für Ihren Fall selbst prüfen.
Warum Dienste Metadaten überhaupt entfernen oder behalten
Ein Dienst, der Bilder anzeigt, verkleinert sie fast immer, damit sie schnell laden. Dabei entsteht in der Regel eine neue Datei, und ob die alten Metadaten in die neue Datei übernommen werden, entscheidet der Dienst. Manche lassen sie weg, um Platz zu sparen oder die Privatsphäre zu schützen, andere behalten Teile davon, etwa die Drehung, damit das Bild richtig angezeigt wird. Zwei Dinge sind dabei wichtig (zu den Feldern selbst siehe IPTC Photo Metadata Standard):
- Die Datei, die andere herunterladen, kann sich von der Datei unterscheiden, die der Dienst von Ihnen erhalten hat.
- Der Dienst selbst kann die Angaben vor dem Entfernen gelesen und gespeichert haben. Dass der Empfänger keine Koordinate sieht, heißt nicht, dass sie nirgends gelandet ist. Darüber geben die Datenschutzhinweise des jeweiligen Anbieters Auskunft.
Der Übertragungsweg macht den Unterschied
Dasselbe Foto kann je nach Weg anders ankommen. Als grobe Faustregel gilt:
| Weg | Was meist passiert |
|---|---|
| Als Anhang einer E-Mail | Die Datei kommt in der Regel unverändert an, mit allen Metadaten. |
| Als Datei oder Dokument im Messenger | Wird sie als Datei gesendet, bleibt sie in der Regel unverändert. |
| Als Foto im Messenger | Häufig wird das Bild verkleinert und neu gespeichert. Ob Metadaten bleiben, hängt vom Dienst ab. |
| Als Beitrag in einem sozialen Netzwerk | Das Bild wird verarbeitet. Was übrig bleibt, entscheidet der Dienst. |
| Als Link auf eine Cloud-Freigabe | Der Empfänger lädt meist die Originaldatei mit allen Angaben. |
| Auf der eigenen Webseite | Der Server liefert die Datei so aus, wie Sie sie abgelegt haben. |
Die Tabelle beschreibt Tendenzen, keine Zusagen. Wo es auf die Sicherheit ankommt, verlassen Sie sich nicht darauf.
So testen Sie selbst, was ankommt
Der verlässlichste Weg ist ein eigener Versuch mit einem Bild, das bekannte Metadaten enthält und auf dem nichts Privates zu sehen ist:
- Machen Sie ein Testfoto mit eingeschalteter Ortung, etwa von einem neutralen Gegenstand, und speichern Sie es.
- Wählen Sie die Datei auf der Startseite aus. Das Werkzeug zeigt die Felder samt Koordinate. Das ist Ihr Ausgangszustand.
- Verschicken Sie das Bild über den Weg, den Sie prüfen möchten, an ein zweites Konto oder Gerät von Ihnen.
- Laden Sie das empfangene Bild dort herunter, so wie es ein anderer täte, und wählen Sie es im Werkzeug aus.
- Vergleichen Sie. Steht die Koordinate noch drin? Welche Felder sind übrig? Das Ergebnis gilt für diesen Weg und für den Stand von heute.
Der Test dauert wenige Minuten. Wiederholen Sie ihn gelegentlich, wenn Sie sich auf das Ergebnis verlassen wollen, denn Dienste können ihr Verhalten ändern.
Drei Fragen vor dem Weitergeben
Statt nach dem Dienst zu fragen, hilft es, die Lage selbst einzuschätzen. Erstens: Wer bekommt das Bild? Bei einer vertrauten Person ist eine Koordinate weniger kritisch als bei einer öffentlichen Anzeige, die jeder aufrufen kann. Zweitens: Wie bekommt er es? Eine Datei, die als Anhang oder Download weitergegeben wird, trägt in der Regel alles mit, was in ihr steckt. Drittens: Wie lange bleibt das Bild erreichbar? Ein Bild, das Jahre online steht, wird auch Jahre später noch gelesen, und ein einmal kopiertes Bild lässt sich nicht zurückholen. Je öffentlicher und dauerhafter die Weitergabe, desto eher lohnt es sich, die Datei vorher selbst zu bereinigen.
Was Sie stattdessen tun können
Wenn Sie nicht darauf vertrauen möchten, was ein Dienst macht, nehmen Sie ihm die Entscheidung ab. Bereinigen Sie das Bild vorher und geben Sie nur die bereinigte Datei weiter. Dann spielt es keine Rolle mehr, ob der Dienst die Angaben behalten oder entfernt hätte, denn es sind keine mehr da. Das Vorgehen beschreibt der Artikel GPS-Daten vor dem Teilen entfernen.
Wer außerdem verhindern möchte, dass überhaupt eine Koordinate entsteht, schaltet die Ortung der Kamera-App ab. Welche Felder ein Foto sonst noch mit sich trägt, steht in Was EXIF-Daten über Ihre Fotos verraten.
Was Sie bei Ihrem eigenen Angebot beachten sollten
Wer selbst Bilder veröffentlicht, etwa in einem Shop, auf einer Vereinsseite oder in einem Blog, ist in der umgekehrten Lage: Besucher können jede Bilddatei herunterladen und auslesen. Bereinigen Sie die Bilder deshalb, bevor Sie sie auf den Server legen. Das spart außerdem ein wenig Datenmenge, weil die entfernten Bereiche nicht mehr übertragen werden.
Grenzen dieser Aussagen
Die Faustregeln oben beruhen auf der Funktionsweise der üblichen Übertragungswege, nicht auf einer Prüfung bestimmter Dienste. Wir haben die Angebote einzelner Anbieter hier nicht getestet und nennen deshalb keine Namen. Für Ihren Fall zählt, was bei Ihnen ankommt, und das zeigt Ihnen der Test. Rechtliche Fragen, etwa zur Verarbeitung von Standortdaten durch einen Dienst, beantworten die Datenschutzhinweise des Anbieters oder eine Beratung, nicht dieser Artikel.
Wie das Entfernen in der Datei im Einzelnen funktioniert und was dabei erhalten bleibt, beschreibt die Seite Methodik.
Quellen
- Social Media Test Results (Embedded Metadata Manifesto), Photo Metadata Working Group des IPTC
- IPTC Photo Metadata Standard, International Press Telecommunications Council (IPTC)
- Exchangeable image file format for digital still cameras: Exif Version 3.1 (CIPA DC-008), Camera & Imaging Products Association (CIPA)
Ihre Bilder bereinigen Sie im Werkzeug auf der Startseite. Wie es arbeitet, steht auf der Seite Methodik. Stand: 23. Oktober 2026.
Über den Autor
Redaktion und Rechenlogik
Mateusz Viola ist Betreiber von exif-entfernen.de bei der AKARA Solutions GmbH und redaktionell verantwortlich. Er hat die Logik des Werkzeugs umgesetzt, vom Lesen der Metadaten bis zum Entfernen in JPEG, PNG und WebP, und prüft sie mit selbst erzeugten Beispieldateien nach. Er ist kein Jurist und kein Forensiker. Die Ratgeber fassen allgemein zugängliche Informationen zusammen und ersetzen weder eine Rechtsberatung noch eine Prüfung durch Fachleute.