METHODIK
So entfernt das Werkzeug Metadaten
Lesen, Entfernen, Prüfen: was dabei in der Datei passiert und was ausdrücklich nicht. Alles läuft in Ihrem Browser, nichts wird übertragen oder gespeichert.
Grundprinzip
Das Werkzeug öffnet die Datei als Folge von Bytes und erkennt das Format an den ersten Bytes, nicht an der Dateiendung. Anschließend zerlegt es die Datei in ihre Bausteine (Segmente bei JPEG, Chunks bei PNG und WebP). Metadaten liegen in eigenen Bausteinen neben den Bilddaten. Das Entfernen besteht darin, diese Bausteine wegzulassen und alle übrigen unverändert wieder zusammenzusetzen. Das Bild wird dabei nicht dekodiert und nicht neu kodiert.
JPEG
- Entfernt: alle Anwendungssegmente außer den unten genannten (darunter EXIF, XMP, IPTC im Photoshop-Block APP13, Multi-Picture-Daten und JUMBF in APP11, in dem Herkunftsangaben nach dem Standard C2PA abgelegt werden), Kommentare (COM) und das Vorschaubild-Segment JFXX. Es gilt eine Allowlist: Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, entfällt.
- Erhalten: der JFIF-Kopf (APP0), das eingebettete Farbprofil (APP2 mit ICC_PROFILE), die Adobe-Farbangabe (APP14 in der üblichen Länge) sowie alle Segmente, die das Bild beschreiben (Tabellen, Rahmen, Bilddaten).
- JFIF neu geschrieben: Der JFIF-Kopf wird als minimale 16-Byte-Fassung neu geschrieben. Version, Einheit und Dichte stammen vom Original, ein eingebettetes Vorschaubild (0 × 0) und Zusatzbytes entfallen.
- Farbprofil nur wohlgeformt: Die Profilteile werden zusammengesetzt und geprüft (alle Teile vorhanden, Signatur acsp an Offset 36). Sonst wird das Profil entfernt.
- Drehung bleibt: Hat das Foto die EXIF-Orientierung 2 bis 8, wird hinter dem JFIF-Kopf ein minimales APP1-Segment mit genau einem Eintrag geschrieben, dem Orientation-Tag (34 Byte Segmentlänge). Das entspricht dem, was
exiftool -all= -tagsfromfile @ -Orientationtut. Sonst läge ein Handyfoto nach dem Entfernen quer. - Bilddaten: Die Daten hinter jedem Scan-Kopf werden bis zum nächsten echten Marker kopiert. Die Füllbytes FF 00 und die Neustart-Marker gehören zu den Daten. Progressive JPEGs mit mehreren Scans bleiben deshalb vollständig.
- Anhang nach dem Bildende: Alles hinter dem ersten Bildende-Marker (FF D9) wird verworfen. Dort können angehängte Zusatzdaten oder eingebettete weitere Bilder stehen, die ihrerseits Metadaten tragen. Das Werkzeug zeigt sie als Feld an, bevor sie entfallen.
PNG
- Erhalten (Allowlist): IHDR, PLTE, IDAT, IEND, tRNS, gAMA, cHRM, sRGB, iCCP, pHYs, sBIT, bKGD, cICP (Farbraum für HDR) sowie acTL, fcTL und fdAT für Animationen, unverändert und in der ursprünglichen Reihenfolge.
- Entfernt: alles andere, darunter tEXt, zTXt und iTXt (Textfelder, auch XMP unter dem Stichwort XML:com.adobe.xmp), eXIf (EXIF), tIME (Zeitstempel), die Herkunfts-Chunks caBX und dSIG und jeder unbekannte oder private Chunk.
- Komprimierte Textfelder entpackt das Werkzeug mit der Dekompression des Browsers, um sie anzuzeigen, höchstens 1 MB je Feld und 4 MB je Datei. Größere Texte werden als gekürzt markiert. So kann eine präparierte Datei den Browser nicht mit einer Dekompressionsbombe lahmlegen. Wo der Browser das nicht kann, nennt das Werkzeug nur die Größe.
- Die Drehung geht bei PNG verloren. Wer sie braucht, nutzt die Option Drehung vorher anwenden.
WebP
- Erhalten (Allowlist): VP8, VP8L, VP8X, ALPH, ANIM, ANMF und ICCP, also Bilddaten, Transparenz, Animation und Farbprofil.
- Entfernt: alles andere, darunter EXIF, XMP, C2PA und unbekannte Chunks.
- Angepasst: Im Kopf-Chunk VP8X werden die Flags für EXIF und XMP gelöscht, und die Dateigröße im RIFF-Kopf wird neu gesetzt. Chunks haben gerade Länge, die Füllbytes werden mitgeführt.
- Drehung bleibt: Bei einer EXIF-Orientierung 2 bis 8 wird am Ende ein minimaler EXIF-Chunk mit nur dem Orientation-Tag (26 Byte) geschrieben und das EXIF-Flag im VP8X gesetzt.
Lesen und Anzeigen
EXIF ist eine TIFF-Struktur mit Verzeichnissen (IFD) für Hauptdaten, Aufnahmedaten und GPS. Das Werkzeug liest die bekannten Felder (Kamera, Objektiv, Belichtung, Datum, Urheber, Seriennummer, Drehung, GPS) und benennt sie auf Deutsch. Unbekannte oder rein technische Felder werden gezählt und als Sammelposten angezeigt. Herstellerdaten (MakerNote) werden nicht gedeutet, nur ihre Größe wird genannt.
Koordinaten werden aus Grad, Minuten und Sekunden in Dezimalgrad umgerechnet:
Grad = Grad + Minuten ÷ 60 + Sekunden ÷ 3600 (Süd und West negativ)
Die Anzeige erfolgt als Zeile mit vier Nachkommastellen, zum Beispiel 53,5500° N, 9,9900° O. Es gibt keine Karte und keine Anfrage an einen Kartendienst. XMP wird als Text gelesen, IPTC aus dem Photoshop-Block, jeweils für die gängigen Felder.
Prüfung der neuen Datei
Nach dem Entfernen liest dasselbe Leseprogramm die neue Datei noch einmal. Die Zahl der gefundenen Felder steht in der Anzeige. Sie muss 0 sein, mit einer Ausnahme: Ist die Drehung erhalten geblieben, nennt die Anzeige das ausdrücklich (nur die Bilddrehung, keine persönlichen Daten). Der Leser meldet auch behaltene Segmente und Chunks, wenn sie unbekannt oder nicht kanonisch sind, die Prüfung kann also fehlschlagen. Das Werkzeug prüft damit seine eigene Arbeit mit seinem eigenen Leser. Das ist ein Gegencheck, aber kein unabhängiger: Ein Feld, das der Leser nicht kennt, würde auch bei der Prüfung nicht auffallen. Deshalb zählt der Leser nicht nur bekannte Felder, sondern meldet jeden Baustein, den er entfernen würde, und die Tests prüfen zusätzlich die Rohbytes der Dateien.
Drehung und Neukodierung
Die EXIF-Angabe Orientierung (Wert 1 bis 8) sagt, wie ein quer gespeichertes Bild gedreht anzuzeigen ist. Bei JPEG und WebP bleibt sie als einziges EXIF-Tag erhalten (siehe oben), das Bild bleibt verlustfrei und liegt nicht quer. Bei PNG geht sie verloren, das Werkzeug weist darauf hin.
Wer auch die Drehung nicht in der Datei haben möchte, nutzt die Option Drehung vorher anwenden. Sie zeichnet das Bild mit der Drehung auf eine Zeichenfläche des Browsers und speichert es neu. Eine Zeichenfläche schreibt keine Metadaten. Das ist nicht verlustfrei: JPEG und WebP werden mit Qualität 92 Prozent erneut verlustbehaftet gespeichert, PNG bleibt verlustfrei. Ein eingebettetes Farbprofil geht dabei verloren. Betroffen sind nur Bilder mit einer Drehung ungleich 1, und danach bleibt gar keine EXIF-Angabe übrig. Alle anderen werden weiter ohne Neukodierung bearbeitet.
ZIP-Download
Das ZIP-Archiv wird im Browser erzeugt, ohne Kompression (Methode Stored), weil Bilder bereits komprimiert sind. Doppelte Dateinamen werden mit einer Nummer unterschieden. Zu jeder Datei wird eine Prüfsumme (CRC-32) abgelegt.
Tests
Die Tests verwenden Beispieldateien, die mit einem Skript und dem Python-Paket Pillow selbst erzeugt wurden (JPEG, progressives JPEG, PNG, WebP, jeweils mit und ohne Metadaten). Sie enthalten erfundene Angaben, darunter die Koordinate 53,55 Nord und 9,99 Ost. Geprüft wird unter anderem:
- Alle Felder werden gefunden und richtig benannt, die Koordinate stimmt.
- Bei einem Foto mit Drehung 6 enthält das Ergebnis genau ein Tag (Orientation = 6), keine GPS-, Kamera- oder Datumsangaben, und die Bilddaten sind unverändert. Dasselbe gilt für WebP mit Drehung 8.
- Unbekannte private PNG- und WebP-Chunks, JFIF-Köpfe mit Vorschaubild, fehlerhafte Farbprofile und eine Dekompressionsbombe in einem Textfeld werden erkannt und behandelt.
- Nach dem Entfernen findet der Leser 0 Felder, und die Metadaten-Texte stehen nicht mehr in den Rohbytes.
- Die Bilddaten sind Byte für Byte identisch (bei JPEG alle Daten ab der ersten Quantisierungstabelle, bei PNG alle IDAT-Chunks, bei WebP die Bild-Chunks).
- Zusätzlich wurde die Pixelgleichheit mit Pillow geprüft: Die dekodierten Pixel von Original und bereinigter Datei stimmen überein.
- Dateien ohne Metadaten bleiben unverändert. Abgeschnittene oder beschädigte Dateien ergeben eine deutsche Meldung.
Was das Werkzeug nicht kann
- HEIC, AVIF, GIF und TIFF werden nicht bearbeitet. Das Werkzeug meldet das, statt eine halb bereinigte Datei auszugeben.
- Es entfernt keine Inhalte, die im Bild zu sehen sind (Gesichter, Schilder, Kennzeichen), und es verändert den Dateinamen nur um den Zusatz ohne-metadaten.
- Es erkennt keine Wasserzeichen, die in die Pixel eingerechnet sind.
- Es kann Metadaten nicht aus Dateien entfernen, die schon verschickt wurden.
Quellen, Stand Oktober 2026
- JPEG: ITU-T T.81 (ISO/IEC 10918-1), Digital compression and coding of continuous-tone still images, ITU, und die JFIF-Beschreibung (JPEG File Interchange Format), W3C-Archiv, für die Segmentstruktur.
- EXIF: Exchangeable image file format for digital still cameras: Exif Version 3.1 (CIPA DC-008), Camera & Imaging Products Association, für Aufbau und Tag-Nummern.
- XMP: Adobe XMP Specification Part 3, Storage in Files, Adobe (Kennung
http://ns.adobe.com/xap/1.0/). - IPTC: IPTC Photo Metadata Standard und das IPTC-NAA Information Interchange Model (IIM) 4.2, International Press Telecommunications Council, abgelegt in den Photoshop-Bildressourcen (8BIM, Kennung 0x0404).
- PNG: Portable Network Graphics (PNG) Specification, Third Edition, W3C, mit den Chunks tEXt, zTXt, iTXt, tIME und eXIf.
- WebP: WebP Container Specification, Google Developers (RIFF, VP8X-Flags).
- C2PA: Herkunftsangaben werden bei JPEG als JUMBF in APP11 eingebettet, siehe die C2PA-Spezifikation 2.1 der Coalition for Content Provenance and Authenticity.
- Koordinaten: Zur Länge eines Breitengrads (rund 69 Meilen, etwa 111 Kilometer) siehe How much distance does a degree, minute, and second cover on your maps?, U.S. Geological Survey.
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